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Thema: Wirtschaft - Börse - Welthandel

 

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Neuer Beitrag 20.09.2003, 11:00
 Re: Wirtschaft - Börse - Welthandel

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hiawatha ist Offline hiawatha
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Ausländer schlucken deutsche Brauereien


München (dpa) - Das Löwenbräu-Zelt auf dem Münchner Oktoberfest, für ausländische Touristen Inbegriff für deutsches Bier, wird künftig unter belgischer Flagge stehen. Zwei Tage vor der Eröffnung der diesjährigen Wiesn verkündete die Traditionsbrauerei Spaten- Franziskaner-Löwenbräu nach mehr als 600 Jahren Unabhängigkeit eine Bier-Ehe mit dem belgischen Interbrew-Konzern.

Damit wird der deutsche Biermarkt zunehmend von den ausländischen Brau-Giganten dominiert. Wegen der schwierigen Branchenlage rechnen Experten schon bald mit den nächsten Übernahmen.

Nach sechs Wochen harter Verhandlungen einigten sich Spaten und Interbrew auf ihre Bierehe. «Das ist ein guter Deal für jeden», sagte Interbrew-Chef John Brock in München. In der Branche wird die Konzentration allerdings mit Wehmut gesehen. «Für München, Bayern und Deutschland als Braustandort ist das natürlich ein trauriger Moment», hieß es bei einer Münchner Brauerei. Auch Spaten-Chef Jobst Kayser- Eichberg räumte ein: «Sich von solchen Aktivitäten zu trennen, da ist natürlich viel Herzblut dabei.»

Die Uhr lässt sich nach Ansicht von Experten aber nicht mehr zurückdrehen. Wegen den Auswirkungen der Lastwagenmaut und des Dosenpfands werde sich die Konsolidierung eher noch beschleunigen. Zum Verkauf stehen derzeit der Dortmunder Konzern Brau und Brunnen (Jever) und Holsten (König Pilsener). Kayser-Eichberg betonte, angesichts des Konsolidierungsdrucks habe es Spaten-Franziskaner noch gut erwischt: «Wir haben den idealen Partner gefunden. Ich kenne keinen anderen internationalen Braukonzern, der ähnlich stark auf die lokale Plattform setzt.» Die Münchner wollen von der Vertriebskraft des neuen Partners profitieren, ohne ihre regionale Verankerung zu verlieren.

Den deutschen Brauern bleibt bei den neuen Bündnissen in der Regel nur die Rolle des Junior-Partners. Verglichen mit Interbrew, Heineken, Anheuser-Bush und den South African Breweries sind sie viel zu klein. Zum Vergleich: Interbrew kam 2002 auf einen Umsatz von rund sieben Milliarden Euro, Spaten-Franziskaner einschließlich Immobilienaktivitäten zuletzt auf 315 Millionen Euro. «Wir sind ganz nette Zwerge», sagte Kayser-Eichberg einmal.

Mit dem Einstieg des niederländischen Heineken-Konzerns bei den Brauerei-Aktivitäten der Münchner Schörghuber-Gruppe (Paulaner, Hacker-Pschorr, Kulmbacher) war Anfang 2001 die internationale Konzentrationswelle auch auf den zersplitterten deutschen Markt übergeschwappt. Der Konter von Interbrew ließ nicht lange auf sich warten. Mitte 2001 schnappten sich die Belgier zum Beispiel für 1,8 Milliarden Euro die Beck's-Brauerein in Bremen.

Mit dem Spateneinstieg sichere sich Interbrew nun einen noch besseren Zugang auf den süddeutschen Markt, sagte Interbrew-Chef Brock. Zudem erweitere der Konzern sein Angebot in Deutschland um das wachsende Weißbier-Segment. So will Interbrew künftig in Deutschland weiter wachsen, obwohl der heiß umkämpfte Markt wohl weiter zurückgehen wird.


Quelle: web.de
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 Re: Wirtschaft - Börse - Welthandel

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hiawatha ist Offline hiawatha
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WestLB drohen Standortschließungen und weitere Abschreibungen



Düsseldorf (dpa) - Die krisengeschüttelte Düsseldorfer WestLB wird nach Informationen der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» weitere Abschreibungen auf ihr Kreditportfolio vornehmen und Standorte schließen müssen. Die Bank werde die Risikovorsorge vorsichtshalber nochmals erhöhen, sagte WestLB-Vorstandsvorsitzender Johannes Ringel dem Blatt. 2002 hatte es wegen Betrugsfällen und Bilanzmanipulationen eine Rekordvorsorge von 1,9 Milliarden Euro gegeben.

Die Bank hatte wegen weiterer Wertberichtigungen im ersten Halbjahr 2003 einen Verlust von 350 Millionen Euro ausgewiesen. Vermutlich werde auch das Gesamtjahr 2003 mit einem Verlust beendet, sagte Ringel der Zeitung. Zur Höhe machte der WestLB-Chef keine Angaben. Erst müsse der Prüfbericht vorliegen, in dem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) über mögliche weitere Wertberichtigungen informiert.

Neben dem bereits verkündeten Abbau von 1800 der derzeit noch 8000 Stellen sollen zahlreiche Standorte außerhalb Europas geschlossen werden, sagte Ringel dem Blatt weiter. Besonders betroffen sei Asien, wo die WestLB AG insgesamt 600 Mitarbeiter beschäftigt. Geschlossen werden voraussichtlich die Standorte in Jakarta, Bombay, Bangkok und Taipeh. Auch einige Standorte in den USA würden überprüft. New York, London und Tokio seien aber nicht betroffen.

Ein schneller Verkauf der 30-prozentigen Beteiligung am Reiseveranstalter TUI zur Sanierung des Unternehmens sei nicht geplant, sagte Ringel laut Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung. «Wir stehen nicht unter Zeitdruck», zitiert das Blatt den Manager. Einen Verkauf des Aktienpaketes noch in diesem Jahr schloss er aus.


Quelle: pnp.de / dpa
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 Re: Wirtschaft - Börse - Welthandel

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hiawatha ist Offline hiawatha
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BDI will Deutschland durch Reformen beflügeln



Berlin (dpa) - Einen Tag nach der SPD-Desaster bei der bayerischen Landtagswahl hat der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) die Union zur Zusammenarbeit mit der rot-grünen Bundesregierung aufgefordert. «Wir wünschen uns, dass die Opposition die Agenda 2010 nicht in Bausch und Bogen verdammt, sondern konstruktiv ergänzt», sagte BDI-Präsident Michael Rogowski am Montag in Berlin.

Der Verband legte ein Paket von «16 aufeinander abgestimmten Reformstrategien» vor, mit denen Deutschland «entfesselt und beflügelt» werden soll. Dies bedeutet mehr Eigenverantwortung für den Einzelnen und weniger Sozialstaat.

Vertreter von wirtschaftsliberal ausgerichteten Bürgerbewegungen und Rogowski gaben im Anschluss an den BDI-Kongress ihre Handabdrücke ab, um der Politik symbolisch die Hand zu reichen. Zahlreiche linke Gegendemonstranten kritisierten mit einer Protestkundgebung die ihrer Ansicht nach neoliberalen Forderungen. Mit Sirene und Trillerpfeifen versuchten sie wiederholt, den Aufruf zu unterbrechen.

Die wichtigste BDI-Ziele sind die Absenkung der deutschen Staatsquote von derzeit 48 Prozent auf 40 Prozent, eine Sozialabgabenquote von 35 Prozent und ein Steuerhöchstsatz von 30 Prozent. «Wir müssen uns von den Bleigewichten befreien, die den Adler am Boden halten», sagte Rogowski.

In der SPD stießen die Reformforderungen des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) auf Kritik. «Ich würde mir wünschen, dass der BDI erkennen würde, was schon alles erreicht wurde und nicht immer drei Schritte fordern würde, bevor der erste getan ist», sagte der SPD-Obmann im Wirtschaftsausschuss des Bundestages, Klaus Brandner, dem in Berlin erscheinenden «Tagesspiegel».

Rogowski hatte zuvor das «Schneckentempo» beklagt, mit dem der Umbau Deutschlands vorangehe. Das Zeitfenster für ein umfassendes Reformkonzept stehe wegen der nur kurzen wahlfreien Zeit nur wenige Monate offen, meinte er. «Wir brauchen ein Gesamtkonzept, und wir brauchen es schnell.»

Der BDI-Chef plädierte für eine längere Lebensarbeitszeit und für gesetzliche Öffnungsklauseln zur untertariflichen Bezahlung. Er sprach sich gegen jegliche Ausweitung der Staatsverschuldung aus: «Was wir total ablehnen, sind Reformen durch neue Schulden.» Hohe Zinslasten nähmen «jeden politischen Spielraum», der Stabilitätspakt müsse ernst genommen werden.

An die Politik appellierte er, die «Blockaden im System» zu beseitigen. «Wir müssen den Antagonismus von Bundesrat und Bundestag überwinden, wir müssen klare Verantwortlichkeiten von Bund und Ländern schaffen». Deutschland brauche nach europäischem Vorbild einen Reformkonvent.

Die vom BDI geforderten Steuer- und Abgabensenkungen machen nach Rogowskis Worten mittelfristig «alle Deutschen wohlhabender - um mindestens 20 Prozent Reallohn». Nach BDI-Berechnungen wären das knapp 3900 Euro mehr im Portemonnaie eines Durchschnittsverdieners. Unterstellt ist dabei, dass das vom BDI geforderte Reformpaket bis 2010 ohne Abstriche umgesetzt wird sowie ein reformbedingter Wachstumseffekt von jährlich zwei Prozent.


Quelle: pnp.de / dpa
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 Re: Wirtschaft - Börse - Welthandel

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maex1000 ist Offline maex1000
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NYSE: Grasso tritt zurück

Wie am Donnerstag bekannt wurde, ist es dem Chef der New Yorker Börse doch zu viel geworden. Damit beugte sich der 57-jährige Grasso dem Druck der Investoren, Regulierungsbehörden und der Wall Street-Mitgliedern.
Seine Entscheidung habe Grasso trotz seines tiefsten Bedauerns erst nach einer Sondersitzung mit dem Vorstand getroffen, ließ er durch die Börse verlautbaren. Grasso glaubt, dass dies sowohl für ihn als auch für die New Yorker Börse der beste Schritt sei.
Wie das WALL STREET JOURNAL berichtete, soll der Rechtsanwalt Larry Sonsini den Posten übergangsweise übernehmen. Zuvor hatte Grasso für kommenden Mittwoch eine Sondersitzung des Verwaltungsrats einberufen, um verschiedene Empfehlungen zum Management der Börse zu diskutieren.

Der Vorsitzende der weltgrößten Börse sah sich wegen eines kürzlich an ihn ausgezahlten Gehaltspakets in Höhe von knapp 140 Mio. USD zunehmend mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Das Paket inkludierte Pensionsansprüche und andere Vergütungen, die seit Grassos Anstellung an der New York Stock Exchange vor mehr als drei Dekaden aufgelaufen waren. Kürzlich wurde zudem bekannt, dass er innerhalb der nächsten vier Jahre weitere 48 Mio. USD hätte ausbezahlt bekommen sollen. Auf internen Druck hin verzichtete er jedoch auf diese Vergütungen, so die Zeitung.

Steve Westly, seines Zeichens Vorstands-Mitglied der großen Pensionsfonds in Kalifornien, sieht in dem Rücktritt einen notwendigen Schritt Grassos. Nur so könne man laut Westly das Vertrauen in die NYSE wieder herstellen. Der öffentliche Unmut über die Höhe seiner Bezüge und die damit verbundene mangelnde Durchschaubarkeit machten Grasso zuletzt das Vertrauen der wichtigsten Wall Street-Player abtrünnig.

Das Handwerk am New Yorker Börsenplatz hat Grasso dennoch von der Pike auf gelernt. Er hatte als einfacher Angestellter bei der NYSE begonnen und wurde 1995 zu deren Chairman berufen. Grasso galt eigentlich immer als hartnäckiger und cleverer Geschäftsmann, der im Zuge der Vorkommnisse vom 11. September 2001 zusätzlich an Reputation gewann. Zu diesem Zeitpunkt sorgte Grasso dafür, dass die Börse nur sechs Tage nach den Attacken ihre Arbeit wieder aufnahm.

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 Re: Wirtschaft - Börse - Welthandel

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maex1000 ist Offline maex1000
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Erholung der Weltwirtschaft: Deutliche Fortschritte zu verzeichnen

Wie die amerikanische Zentralbank Federal Reserve in ihrem jüngsten Konjunkturbericht erklärt, konnte die Erholung der wirtschaft in den letzten sechs Wochen deutlich an Fahrt gewinnen. Doch scheint sich auch eine generelle Erholung der weltweiten Wirtschaft abzuzeichnen.

Umfragen unter Einkaufsmanagern wiesen am Mittwoch unter anderem darauf hin, dass die Wirtschaft in der Euro-Zone im August erstmals seit Anfang 2003 wieder gewachsen ist. In die selbe optimistische Kerbe schlug die Weltbank, die für die Schwellen- und Entwicklungsländer im Jahr 2004 mit einem Wirtschaftswachstum von 4,9 Prozent respektive für die Industrieländer von 2,5 Prozent antizipiert.
Der Chefökonom der Industrieländerorganisation OECD, Jean-Philippe Cotis, erhob jedoch in Paris mahnend den Finger, da die Zeichen für einen Aufschwung seiner Meinung nach sehr ungleich verteilt seien. Laut Cotis hinkt besonders die Euro-Zone bei der weltweiten Erholung hinterher, wobei der Experte die Europäische Zentralbank zu einer weiteren Zinssenkung auffordert, sofern sich das Wachstum in der Euro-Zone nicht bald deutlich beschleunigen sollte.

Seit einigen Monaten bescheinigen amerikanische Konjunkturindikatoren der USA ein wieder anziehendes Wachstum, das sich bereits im laufenden dritten Quartal offenbart. Zuletzt hatten sich auch die Frühindikatoren in der Euro-Zone gebessert, wobei es jedoch bis zur Veröffentlichung der Einkaufsmanagerumfragen am Mittwoch keine harten Daten gab, die als tatsächlicher Beweis für eine steigende Aktivität fungierten.
Für das Gesamtjahr 2003 rechnet die OECD nun mit einem Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent in den USA und von zwei Prozent in Japan. Wegen der bislang zögerlichen Erholung in der Euro-Zone senkte die Organisation ihre Wachstumsprognose für den Währungsraum von ein auf 0,5 Prozent

In den USA meldeten nach den Angaben der Notenbank elf der zwölf Fed-Bezirke eine Zunahme der Wirtschaftsaktivitäten. In den meisten Gebieten der USA gaben Konsumenten und Unternehmen mehr Geld aus, wobei sich auch die Kreditvergabe der Banken erhöhte. Laut dem Bericht habe sich der Stromausfall in Teilen der USA nur geringfügig bemerkbar gemacht.
Die Fed wird diesen Bericht aller Voraussicht nach bei ihrer Sitzung bezüglich eines möglichen Zinsbeschlusses Mitte September verwenden. Ein Großteil der Volkswirte rechnet mit einer Beibehaltung des Zinssatzes bei einem Prozent.

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maex1000 ist Offline maex1000
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Mehr Wettbewerb - niedrigere Preise?

Ab kommendem Mittwoch, dem 1. Oktober, wird der Autohandel europaweit liberalisiert. Das heißt, dass die Autohersteller den Händlern und Werkstätten nicht mehr so viel vorschreiben dürfen wie früher.
Das soll europaweit mehr - auch grenzüberschreitenden - Wettbewerb bringen und in der Folge den Kunden bessere Qualität und niedrigere Preise bei Autokauf und Reparatur.

Händler kann viele Automarken verkaufen
Die so genannte Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) soll den Wettbewerb auf dem europäischen Automobilsektor fördern.
Konkret heißt das etwa, dass Autohändler in Zukunft problemlos mehrere Automarken gleichzeitig verkaufen können. Der Händler kann Betrieb und Vertriebsrechte ohne Zustimmung des Herstellers oder Importeurs verkaufen, kurz: Der Händler wird gestärkt.

Orientierung an Deutschland
Felix Clary und Aldringen, Sprecher der Autoimporteure, meint allerdings, dass sich das österreichische Preisniveau trotz Wettbewerbs am deutschen Markt orientieren werde.

Kaum Preissenkungen erwartet
Auch die Einschätzung der Importeure insgesamt sieht ein eher gleich bleibendes Preisniveau, dafür aber mehr Schnäppchen auch beim Autokauf. Bei aktuellen und damit eher knappen Modellen werde es aber geringere Preisnachlässe geben.

Auch Reparaturen freigegeben
Auch beim Service und bei der Reparatur gibt es Änderungen: Die Hersteller müssen in Zukunft jeder Werkstatt die Reparatur und das Service für ihre Marke erlauben, wenn gewisse Qualitätsstandards erfüllt sind.
Was die bisher sehr weitgehend reglementierte österreichische Kfz-Branche ebenfalls stark unter Druck setzen könnte, ist internationale, genauer gesagt europaweite Konkurrenz. Clary und Aldringen nimmt an, dass diese stark zunehmen werde.

Marketing-Gag Versandhandel
Dass allerdings in Zukunft Autos massenhaft über den Versand oder sonstigen branchenfremden Handel verkauft werden, glaubt man in der österreichischen Kfz-Branche nicht. Dabei würde es sich um vereinzelte Aktionen und Marketing-Gags handeln, heißt es.

Autos könnten teurer werden
Die geplante Liberalisierung des europäischen Autohandels droht nach Einschätzung von Fahrzeughändlern von den Herstellern unterlaufen zu werden.
Händler beklagen, dass sie durch die von den Autokonzernen angebotenen Verträge zu hohen Investitionen im Personalbereich und den Ausstellungsräumen gezwungen werden. Gleichzeitig würden ihnen die Mindesteinnahmen gekürzt.

ÖAMTC warnt vor Preiserhöhungen
Der Autofahrerclub ÖAMTC warnt davor, dass die Händler die Mehrkosten an die Konsumenten weitergeben könnten. Autos könnten damit zumindest in der ersten Zeit nach In-Kraft-Treten der Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) sogar teurer werden.
Ziel der EU ist es jedoch, durch die GVO den Wettbewerb zu verstärken und dadurch die Autopreise zu senken. Langfristig erwartet der ÖAMTC jedoch niedrigere Preise, da die Händler auf die Kunden angewiesen seien.

Händler weisen Schuld von sich
Die Autohändler sind im Vorfeld bereits bemüht, die Schuld an etwaigen Preiserhöhungen von sich zu weisen. Sie klagen über die neuen Mehrbelastungen.
Unterstützt werden sie darin von Jürgen Ensthaler, Professor für Wirtschaftsrecht an der Universität Kaiserslautern, der Händler und Werkstätten von mehreren Herstellern berät.
Die Autohersteller hätten das Vorhaben der Kommission derart ausgenutzt, "dass der gesamte Liberalisierungseffekt der neuen Gruppenfreistellungsverordnung schon jetzt in Auflösung begriffen ist", sagt Ensthaler.

Preisbindung durch die Hintertür?
Die Senkung der garantierten Margen wie im Fall von Volkswagen sei der Versuch, die im Kartellrecht verbotene Preisbindung des Handels wieder einzuführen.
Dem Handel blieben wegen der geringeren Mindestzahlungen pro Auto kaum Möglichkeiten, sich von Preisempfehlungen der Hersteller zu lösen und Rabatte einzuräumen.

Kein Spielraum mehr für Rabatte?
"Der empfohlene Preis wird immer mehr zum verbindlichen", schreibt Ensthaler. VW-Händler werten die ihnen von dem Wolfsburger Konzern angebotenen Verträge als "Bumerang für den Verbraucher" und fordern Nachbesserungen.
Die deutsche BMW-Händlerorganisation hat bei der Europäischen Kommission und dem deutschen Bundeskartellamt schon Beschwerde eingereicht, der Opel-Händlerverband bereitet eine vor.

Preise EU-weit angenähert
Branchenexperten zufolge haben sich die vor nicht allzu langer Zeit noch hohen Preisunterschiede von bis zu 40 Prozent zwischen einzelnen Ländern mittlerweile bei vielen Modellen angenähert.
"Deutliche Preissenkungen sind aber eher selten", sagte der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer

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hiawatha ist Offline hiawatha
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Drei Cent pro Liter
Benzinpreis gestiegen


Schlechte Nachricht für Autofahrer: Die Benzinpreise sind wieder gestiegen und zwar um je drei Cent für Benzin und Diesel. Dies bestätigte eine Esso-Sprecherin. Durchschnittlich kostet Normalbenzin nun 1,05 Euro pro Liter, Diesel 0,83 Cent.

Bei Aral lagen die Preise am Freitag durchschnittlich einen Cent höher. Auf Grund des intensiven Wettbewerbs an den Tankstellen klaffen die Preise regional aber auseinander. Zuvor hatte bereits die "Berliner Zeitung" vor einer neuen Preisrunde gewarnt.

Die Mineralölkonzerne begründeten den Preisanstieg wie erwartet mit den höheren Rohölpreisen. Die überraschende Kürzung der Rohölförderung durch die Organisation Erdöl exportierender Länder, OPEC, treibt seit Mittwoch den Ölpreis in die Höhe. Am Donnerstag kostete ein Barrel 26,37 US-Dollar verglichen mit 25,50 Dollar am Tag zuvor.

In der Regel ziehen steigende Ölpreise auch steigende Benzinpreise mit sich. Zuletzt bewegten sich die Preise auf Jahrestiefständen. Normal-Benzin kostete der Zeitung zufolge nach BP-Angaben am Donnerstag im Bundesdurchschnitt 103,9 Cent je Liter; Diesel war für 82,2 Cent je Liter zu haben.


Quelle: n-tv.de
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hiawatha ist Offline hiawatha
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Escada streicht 850 Arbeitsplätze



München (dpa) - Deutschlands größter Damenmodekonzern Escada will mit einem massiven Stellenabbau und Ladenschließungen aus der Krise kommen. «Es bringt nichts, auf bessere Zeiten zu warten», sagte der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Ley. Daher werden 850 Stellen gestrichen. Damit fällt jeder fünfte Arbeitsplatz weg.

In Deutschland sind 300 Stellen betroffen. Mit dem Sanierungsprogramm sollen vom nächsten Geschäftsjahr an die Kosten um 60 Millionen Euro gesenkt werden. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2002/03 (31. Oktober) machte der Escada-Konzern einen Verlust von 51,5 Millionen Euro nach einem kleinen Gewinn im Vorjahreszeitraum. Auch der Konkurrent Gerry Weber hat angesichts der Konsumflaute mit Ertragsproblemen zu kämpfen.

Wegen des Sanierungsprogramms rechnet Escada im laufenden Quartal mit weiteren Verlusten. Die Restrukturierung werde zu Einmalbelastungen von bis zu 30 Millionen Euro führen. Die Rückstellungen dafür würden das Ergebnis weiter drücken. Das Unternehmen rechnet für das volle Geschäftsjahr mit einem Fehlbetrag «im mittleren zweistelligen Millionenbereich». Was das genau bedeutet, wollte Ley nicht sagen.

Ziel sei es, mit Hilfe des radikalen Sparkurses bei gleichem Umsatz im kommenden Geschäftsjahr ein positives Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) zu erreichen, sagte Personal-Vorstand Beate Rapp. Dabei plant das Unternehmen, 20 Escada-Shops und 15 Einzelhandelsläden bei Primera und Laurèl zu schließen. Oberste Priorität habe der Schuldenabbau. Dabei soll vor allem eine Kapitalspritze von 45 Millionen Euro aus dem Einstieg der US- Beteiligungsgesellschaft HMD Partners helfen. Ende des ersten Halbjahres hatte Escada Finanzverbindlichkeiten von rund 300 Millionen Euro.

Der bisherige Geschäftsverlauf sei vom Irak-Konflikt und der Lungenkrankheit Sars beeinträchtigt worden, sagte Ley. Im September habe es allerdings erstmals nach zwei Jahren anhaltender Umsatzrückgänge wieder zweistellige Zuwächse gegeben. Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erzielte Escada einen Umsatz von 139,6 Millionen Euro (Vorjahr: 161,1 Millionen Euro). Damit liegt der Umsatz der ersten neun Monate bei 446,3 Millionen Euro nach 571,6 Millionen Euro im Vorjahr. Den Verlust des dritten Quartals bezifferte das Unternehmen auf 44,2 Millionen Euro.

Auch andere Modekonzerne hatten in diesem Jahr mit sinkenden Umsätzen und Erträgen zu kämpfen. So sind die Gewinne des Modeherstellers Gerry Weber in den ersten neun Monaten um 30 Prozent auf 7,5 Millionen Euro gesunken. Der Umsatz schrumpfte um 9 Prozent auf 274 Millionen Euro.


Quelle: pnp.de / dpa
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hiawatha ist Offline hiawatha
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Weiterer Rücktritt an der Nyse


Nach dem Rücktritt des Chefs der New Yorker Börse, Richard Grasso, zieht sich jetzt auch ein weiteres Verwaltungsratsmitglied in den Ruhestand zurück. Damit soll der Weg für eine Umstrukturierung der wichtigsten Leitbörse frei gemacht werden.

Carl McCall, Mitglied im Verwaltungsrat der New York Stock Exchange (Nyse), gab am Donnerstag bekannt, dass er im Laufe der kommenden Woche ebenfalls zurücktreten wolle. In einem Brief an den Interimschef der Börse, John Reed, schreibt McCall, er wolle Reed ermöglichen "das zu tun, was nötig ist, um die Integrität der Nyse wieder herzustellen", ohne durch die Vergangenheit belastet zu sein.

Der Rücktritt McCalls erfolgte, nachdem Richard Grasso, der langjährige Nyse-Börsenchef und Verwaltungsratsvorsitzende, im Gefolge eines umstrittenen Mammut-Entlohnungspakets von 139,5 Mio. $ (122 Mio. Euro) vor wenigen Tagen den Hut nehmen musste.

Er werde seine Aufgaben noch bis kommenden Montag wahrnehmen, schrieb McCall weiter. Er leitet den Verwaltungsrats-Ausschuss für Überwachungsfragen. McCall wird am Montag noch an einer Ausschuss-Sitzung teilnehmen, bei der es um die notwendig gewordene Umstrukturierung der Börse geht. Voraussichtlich werden in den kommenden Wochen weitere Mitglieder des 27 Personen umfassenden Nyse-Verwaltungsrates ausscheiden.


Quelle: ftd.de
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Skandal an der NYSE
Schrempp legt Posten nieder


Der Vorstandschef des deutsch-amerikanischen Automobilkonzerns DaimlerChrysler, Jürgen Schrempp, hat nach Informationen der "Welt am Sonntag" sein Amt als Mitglied des Aufsichtsrats der New Yorker Börse mit sofortiger Wirkung niedergelegt.

Dem Bericht zufolge reagierte Schrempp damit auf den Skandal um den früheren Börsenchef Richard Grasso. Dieser war in der vergangenen Woche inmitten eines Sturms der Entrüstung zurückgetreten. Es war bekannt geworden, dass Grasso gemäß einer im August vorgenommenen Vertragsänderung eine Vergütung und Sonderzahlungen von zusammen 139,5 Millionen Dollar erhalten und für die nächsten vier Jahre Anspruch auf weitere 48 Millionen Dollar hatte.

Laut "Welt am Sonntag" hatte Schrempp bereits während einer Aufsichtsratssitzung Mitte August kritische Fragen nach Grassos Bezahlung gestellt. Dem Ausschuss, der über die Vergütung des Börsenchefs entscheide, habe Schrempp nicht angehört, hieß es.

Der neue Börsenchef John Reed, der früher die CitiGroup leitete, erhält ein symbolisches Gehalt von einem Dollar.


Quelle: n-tv.de
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hiawatha ist Offline hiawatha
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´Tagesspiegel´ geht an Holtzbrinck-Vertrauten


Die Verlagsgruppe Holtzbrinck verkauft ihre Berliner Tageszeitung "Tagesspiegel" an Pierre Gerckens, einen Manager aus dem eigenen Haus. Branchen-Beobachter sehen in dem Geschäft nur eine Strohmann-Lösung.

Gerckens soll das Blatt baldmöglichst erwerben, teilte Holtzbrinck am Montag mit. Der 66-Jährige verfüge über mehr als 30 Jahre Erfahrung bei Zeitungsverlagen. Er habe als geschäftsführender Gesellschafter unter anderem die "Verlagsgruppe Handelsblatt" entwickelt und die Regionalzeitung "Südkurier" saniert, hieß es. Mit sofortiger Wirkung soll er aus dem Aufsichtsrat der Verlagsgruppe sowie allen anderen Verlagsgruppengremien ausscheiden. Gerckens, der auch Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) ist, sagte, er freue sich auf eine "selbstständige und unabhängige Verlegertätigkeit".

Der Verlag versuchte den Eindruck zu zerstreuen, dass es sich um kein normales Geschäft handelt. Holtzbrinck-Chef, Stefan von Holtzbrinck, sagte, dass es zwischen dem Verlag und Gerckens keine finanziellen Verbindungen gebe. "Das Angebot von Herrn Gerckens war das zweitbeste", sagte er weiter. Dem Verlag sei es jedoch nicht so sehr darauf angekommen, den höchsten Preis zu erzielen.

Wird der "Tagesspiegel" bei Gerckens nur geparkt?

Der Dortmunder Medienwissenschaftler Horst Röper sah jedoch andere Beweggründe hinter dem Verkauf. Er wertete ihn als "Umgehungssachverhalt zum geltenden Kartellrecht". Der Nachrichtenagentur dpa sagte Röper, dass der "Tagesspiegel" nur in eine "Warteposition" gebracht werden solle, bis ein neues Kartellrecht die angestrebte Fusion mit der "Berliner Zeitung" doch zulässt". "Ich werte diesen Schritt höchstens als zeitweiligen Verkauf, nicht als echte Veräußerung", sagte er.

Den Antrag auf Ministererlaubnis zur Übernahme der "Berliner Zeitung" zog Holtzbrinck zurück. Das Kartellamt hatte eine Übernahme des Berliner Verlages durch Holtzbrinck verboten, weil es den Wettbewerb auf dem Berliner Zeitungsmarkt in Gefahr sah. Holtzbrinck wollte mit dem Kauf das Überleben des "Tagesspiegel" sichern. Nach dem Veto des Kartellamtes hatte der Stuttgarter Verlag bei Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement die Ministererlaubnis beantragt und dies mit überragenden Vorteilen für das Gemeinwohl begründet. Nun hieß es, die Diskussion über den Antrag sei zu sehr "politisiert" worden.

"Schnelle und klare Lösung"

Unmittelbarer Anlass für den Verkauf seien Signale aus dem Wirtschaftsministerium gewesen, wonach es mit der Ministererlaubnis schwierig werden könne, sagte von Holtzbrinck. Laut Verlagsmitteilung habe sich Holtzbrinck daher für eine "schnelle und klare Lösung" entschieden. Die Verlagsgruppe werde nach dem Verkauf des "Tagesspiegel" beim Bundeskartellamt erneut die Erlaubnis für den Erwerb der Berliner Zeitungsgruppe beantragen.

Vor allem der Springer Verlag war strikt gegen eine Kooperation der beiden Zeitungen auf dem Berliner Zeitungsmarkt. Der Verlag befürchtete Nachteile für seine Abonnementzeitung "Berliner Morgenpost". Die "Morgenpost" und die eng mit ihr verbundene Zeitung "Die Welt" könnten langfristig in existenzielle Gefahren geraten, argumentierte Springer.

Lob von Clement, Kritik von Bauer

Wirtschaftsminister Clement begrüßte die nun gefundene Lösung. Er gehe davon aus, dass der Verlag "eine unternehmerische Lösung" anstrebe, sagte er am Montag in Berlin. Die Entscheidung sei "gut für den Berliner Zeitungsmarkt". Er hoffe, "dass dadurch die beiden Zeitungen, die beiden Redaktionen erhalten bleiben."

Harsche Töne kamen dagegen vom Hamburger Bauer Verlag, der sich um den Kauf des "Tagesspiegel" bemüht hatte. Bauer-Sprecher Andreas Fritzenkötter warf Holtzbrinck vor, nur scheinbar Käufer für den "Tagesspiegel" gesucht zu haben. "Sowohl andere Bieter als auch das Wirtschaftsministerium wurden an der Nase herumgeführt", sagte Fritzenkötter. Der Verlag werde im Laufe der Woche weitere Handlungsmöglichkeiten prüfen.


Quelle: ftd.de
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Stromversorger beruhigen Kunden


Die führenden deutschen Versorgungsunternehmen sehen hier zu Lande keine Gefahr flächendeckender Stromausfälle. In den USA und in verschiedenen europäischen Ländern häuften sich in den vergangenen Wochen massive Stromausfälle, von denen Millionen Menschen betroffen waren.

Allerdings sind die Ursachen für die Blackouts in den verschiedenen Ländern nicht vergleichbar. In Italien lag am Wochenende wegen unterbrochener Lieferungen aus Frankreich landesweit die Stromversorgung lahm. "Die Italiener haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht", sagte Johannes Altmeppen, Sprecher des drittgrößten deutschen Stromkonzerns Vattenfall Europe, der FTD. Das Land müsse die Leistung sechs großer Atomkraftwerke importieren und sei damit hoch abhängig von Stromlieferungen, vor allem aus Frankreich. "Die Abhängigkeit Deutschlands von Stromimporten ist null", sagte Altmeppen.

Deutschland ist mit seiner zentralen Lage besonders stark in den europäischen Strommarkt eingebunden. Die Bilanz von Stromimporten und -exporten ist allerdings ausgeglichen. Im vergangenen Jahr erzeugte die deutsche Stromwirtschaft rund 504 Terrawattstunden Strom, davon wurden rund 45,5 Terrawattstunden exportiert, etwa die gleiche Menge floss aus den Nachbarländern zurück auf den deutschen Strommarkt.

Veraltete Technik

In den USA und Großbritannien wiederum hatten technische Mängel der überalterten Stromnetze zum Zusammenbruch der Versorgung geführt. Diese Gefahr halten Experten am deutschen Strommarkt für äußerst gering: "Das deutsche Stromnetz ist in vier unabhängige so genannte Regelzonen aufgeteilt, die von den vier großen Netzbetreibern RWE, Eon, EnBW und Vattenfall Europe betrieben werden. Diese helfen sich bei Problemen in der Erzeugung oder der Stromübertragung gegenseitig aus", heißt es beim Netzbetreiber RWE Net. "Außerdem hat das deutsche Netz engere Maschen, sodass ausgefallene Leitungen besser zu kompensieren sind."

Die jüngsten Stromausfälle in den USA und in Europa heizen in Deutschland allerdings die Debatte über künftige Investitionen in die Strom-Infrastruktur an. Geschützt durch regionale und kommunale Strommonopole haben die deutschen Versorger in den zurückliegenden Jahrzehnten in eine mehrfach gesicherte Infrastruktur von Kraftwerken und Übertragungsleitungen investiert. Seit der Liberalisierung des deutschen Strommarktes im Jahr 1998 herrschen Wettbewerb und erhöhter Kostendruck. Zudem ist unklar, welchen Energiemix die Bundesregierung angesichts des schrittweisen Ausstiegs aus der Atomkraft für die Zukunft favorisiert. Bis 2020 muss etwa ein Drittel der heutigen deutschen Kraftwerkskapazität von insgesamt rund 110.000 Megawatt ersetzt werden - die Versorger wissen noch nicht, unter welchen politischen Rahmenbedingungen dies geschehen soll.

Konflikt: Hohe Sicherheit bei kleinen Preisen

"Maximale Versorgungssicherheit bei minimalen Strompreisen ist eine Rechnung, die nicht aufgeht", sagte ein Sprecher des viertgrößten deutschen Stromkonzerns Energie Baden-Württemberg (EnBW). "Wir sitzen in Deutschland nicht auf einer Insel der Glückseligen", sagte Joachim Vanzetta, Leiter der Systemführung bei RWE Net. Der Blackout in Italien zeige, wie wichtig Investitionen in die Stromnetze seien.

Angesichts der großen Stromausfälle in anderen Staaten analysiert die Branche in Deutschland offenbar auch die Gefahr terroristischer Anschläge auf die Strom-Infrastruktur. Die Gefahr werde zwar als sehr gering eingestuft, heißt es beim Verband der Netzbetreiber (VDN). Alle Netzbetreiber hätten aber Expertengruppen eingerichtet, die sich intensiv mit der Sicherheit elektronischer Verbindungen befassten.


Quelle: ftd.de
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Das teure Urlaubsmitbringsel
Hauskauf auf dem Rückflug


Wenn Sie das nächste Mal nach Rom oder Madrid fliegen, könnten Sie nach der Landung ein Eigenheim gekauft haben. Die Billigfluglinie des Touristikkonzerns TUI, Hapag-Lloyd Express (HLX), will nämlich mit dem Verkauf von Eigenheimen des neuen Marketingpartners Okal zusätzliche Provisionseinnahmen erzielen.

Passagiere von HLX könnten künftig während des Fluges sich für den Kauf eines Hauses entscheiden oder sich zumindest eingehend über Hausplanung und Finanzierung beraten lassen, teilten beide Unternehmen mit.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen kritisierte dagegen die Aktionen. Werbung für einen Hauskauf, bei dem es um größere Summen Geld gehe, gehöre nicht auf einen Urlaubsflug, sagte ein Sprecher. In den Maschinen von HLX werden anfangs nur Okal-Informationen verteilt. Künftig solle aber ein Okal-Fachberater mitfliegen, um individuell zu beraten, teilten die Unternehmen mit.

HLX ist offen für weitere ähnliche Marketing-Kooperationen. Okal ist nach eigenen Angaben mit jährlich 80.000 verkauften Häusern führender Fertighaus-Hersteller in Deutschland. Bei jedem nach einem HLX-Flug abgeschlossenen Hauskauf verdiene die Airline eine Provision im "niedrigen einstelligen Prozentbereich" des Gesamtkaufpreises, sagte ein HLX-Sprecher. Der Fluggast wird an Bord laut HLX mit dem Versprechen gelockt, für das Haus 1.000 Euro Rabatt zu bekommen sowie einmal kostenlose Flugtickets der Billigairline zu einem beliebigen Ziel.

Im umkämpften Billigflugmarkt hat sich bereits die britische Ryanair mit dem Verkauf von Telefonkarten und Informationen über Versicherungen Zusatzgeschäfte gesichert. HLX wurde vor einem Jahr von TUI als Reaktion gegen das rasche Wachstum anderer Billigfluglinien gegründet. Nach Vorgaben des Konzerns soll HLX bereits bis Ende 2004 und damit etwas früher als geplant die Gewinnschwelle erreichen.


Quelle: n-tv.de
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Neue Dosenpfandregelung startet
Bier jetzt in Plastikflaschen


Nach neun Monaten Übergangsregelung startet die Rücknahmepflicht für Dosen und Einwegverpackungen an diesem Mittwoch flächendeckend und bundesweit. Gleichzeitig entscheidet die EU-Kommission in Brüssel über die Einleitung eines Prüfverfahrens gegen diese Pfandregelung.

Nach dem Willen des Bundesumweltministers Jürgen Trittin (Grüne) muss jeder Händler, der Pfanddosen verkauft, gleichartige Verpackungen auch wieder zurücknehmen und das Pfand auszahlen. Ausgenommen sind Geschäfte mit einer Fläche unter 200 Quadratmetern. Diese müssen nur Dosen solcher Marken zurücknehmen, die sie selbst verkaufen. Die Rücknahme wird von mehreren konkurrierenden Systemen organisiert.

Ketten setzen auf "Insellösungen"

Die REWE-Gruppe kündigte unterdessen an, als einer der letzten großen deutschen Lebensmittel-Einzelhändler die Getränkedose komplett aus den Regalen zu nehmen. Mit dem Start des bundesweiten Rücknahmesystems zum 1. Oktober werde keine Pfanddose mehr verkauft, sagte ein Sprecher. Stattdessen gibt es eine so genannte Insellösung, bei der REWE Getränke in eigenen Verpackungen oder Flaschen anbietet. Diese können die Kunden bundesweit in allen REWE-Märkten (miniMAL, toom, Penny) zurückgeben.

Solche "Insellösungen" hatten zuvor auch große Discounter wie Aldi, Lidl und Plus angekündigt. Mit eigenen, anders geformten Dosen und Flaschen umgehen sie die Pflicht, alle "nach Art, Form und Größe" gleichen Gebinde zurücknehmen zu müssen. So will Deutschlands drittgrößter Lebensmittel-Discounter Plus ab Mittwoch in allen 2.700 Filialen Bier in pfandpflichtigen Plastikflaschen verkaufen. Wie das Unternehmen in Mülheim an der Ruhr mitteilte, können die Flaschen in jeder Filiale zurückgegeben werden. Die Flasche hat eine eigene Form und wird nur bei Plus verkauft.

"Konjunktur schädigendes Durcheinander"

Während Bundesregierung und Koalitionsparteien die Umsetzung des Dosenpfands als umweltpolitischen Durchbruch begrüßen, warnen Teile des Handels und der Getränkeindustrie vor Unübersichtlichkeit und Chaos. Der Handelsverband BAG kritisierte ein "Konjunktur schädigendes Durcheinander" und forderte statt des Dosenpfands die Einführung einer "Lenkungsabgabe".

Für die Union sagte deren umweltpolitischer Sprecher Peter Paziorek, Trittin habe seine Zusage nicht eingehalten, ein bundeseinheitliches Rücknahmesystem für Einwegverpackungen aufzubauen. Stattdessen werde es eine Vielzahl unterschiedlicher Systeme und "Insellösungen " geben. "Trittin täuscht die Öffentlichkeit", sagte Paziorek. Die FDP-Sprecherin Birgit Homburger kritisierte eine "neue Runde im Zwangspfandchaos".

SPD und Grüne sehen positive Wirkungen

Nach Ansicht von SPD und Grünen im Bundestag hat die Pfandpflicht bereits positive Wirkung gezeigt. Zwischen Dezember 2002 und Juni 2003 sei der Anteil von Mehrwegverpackungen um rund 9 Prozent auf 59,2 Prozent gestiegen. Auch die Vermüllung der Landschaft sei spürbar zurückgegangen. Die Abgeordneten Ulrike Mehl (SPD), Gerd Bollmann (SPD) und Antje Vogel-Sperl forderten den Handel auf, seine "Verweigerungshaltung" aufzugeben. Es sei nicht hinzunehmen, dass Teile des Handels "das geltende Recht ignorieren".

Mit Spannung wurde unterdessen in Brüssel die Entscheidung der EU-Kommission erwartet, ob sie wegen des Dosenpfands ein Verfahren gegen Deutschland eröffnet. EU-Kommissar Frits Bolkestein hatte die Sorge geäußert, ausländische Anbieter seien durch die Pfandpflicht auf dem deutschen Markt behindert. Trittin hatte am Montag in Brüssel seine Position dargelegt.


Quelle: n-tv.de
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Droht der "Todesstoß"?
Streit um Basel II


Der Zeitplan für das Basel II-Abkommen wankt. Heute und morgen tagt in Madrid der zuständige Ausschuss - ob ihm eine Einigung gelingt, ist unklar.

Eigentlich war ein baldiger Abschluss der seit vier Jahren laufenden Verhandlungen über die Eigenkapitalrichtlinien für Banken geplant. Doch nun droht ein Zwist zwischen den europäischen und den amerikanischen Verhandlungspartnern die Verabschiedung der Regeln zu verzögern. Der Bundesverband öffentlicher Banken (VÖB) sprach sogar von einem drohenden "Todesstoß" für Basel II.

Grund für die Panik: Die amerikanischen Banken und Aufsichtsbehörden drängen auf Änderungen bei dem Regelwerk. Sie stellen sogar die grundlegende Definition des Eigenkapitals in Frage. Der VÖB warnte, die Definition sei Ergebnis schwierigster Verhandlungen. Ein Kippen des Kompromisses bringe nicht abschätzbare Verzögerungen im Zeitplan. Der VÖB forderte ebenso wie Bundesbankpräsident Welteke und der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (VBR), den Zeitplan bei Basel II einzuhalten. Und der lautet: Verabschiedung Ende dieses Jahres, Inkrafttreten Ende 2006.

Der Vorsitzende des Ausschusses für Bankenaufsicht, Jaime Caruana, schließt Verzögerungen mittlerweile nicht mehr aus. Er sagte, der Ausschuss arbeite daran, die Verhandlungen so schnell wie möglich zu beenden. Aber: "Wir wollen nicht durch ein bestimmtes Datum eingeschränkt werden", so der spanische Notenbankchef. Qualität der Regeln hat Vorrang vor dem Zeitplan, lautet die Devise Caruanas.

Gerade der deutsche Mittelstand hatte sich vehement gegen die anfänglichen Basel II-Richtlinien gewandt, als sie 1999 bekannt wurden. Die Unternehmer fürchteten, dass Kredite für sie unbezahlbar werden könnten. Die Kritik war nicht unbegründet.

Was will Basel II?

Um Basel II zu verstehen, muss man sich erst einmal Basel I zuwenden. Das sind Richtlinien, die 1988 von dem Baseler Ausschuss - ein Gremium aus Vertretern von Zentralbanken und Bankenaufsichten - verabschiedet wurden. Sie besagen: Eine Bank muss ihre vergebenen Kredite mit acht Prozent Eigenkapital absichern. Die Institute wurden so gezwungen, das Kreditrisiko systematisch abzusichern. Zahlt ein Kunde seine Schulden nicht, kann die Bank auf die acht Prozent Eigenkapital zurückgreifen. Das verhindert, dass die Bank ihrerseits in Zahlungsschwierigkeiten kommt.

Mit den Jahren zeigte sich allerdings, dass Basel I Defizite hat. So muss die Bank die Kredite immer mit acht Prozent Eigenkapital absichern, ganz egal wie vertrauenswürdig der Kreditnehmer ist. Basel II sieht neue Möglichkeiten: Die Kreditnehmer sollen in verschiedene Risikoklassen eingeteilt werden. Ihre Fähigkeit jederzeit den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen (Bonität), ist dann entscheidend. Je nach der Bonität des Kunden muss die Bank den Kredit absichern. Das soll der Bank dann auch Spielräume bei den Kreditzinsen ermöglichen: Für Kunden mit hohem Risiko (niedrige Bonität) werden die Zinsen höher und damit die Kredite teurer.

Das Problem für die Mittelständler: teure Kredite

Und genau hier liegt das Problem für die kleinen und mittelständischen Unternehmen. Entscheidend für die Bonität eines Kreditnehmers ist seine Eigenkapitalquote - sie soll möglichst hoch sein. Und damit können viele Mittelständler nicht dienen. Für sie ist damit klar: Durch Basel II werden ihre Kredite extrem teuer.

Ihr Protest half dann allerdings. Nach dem jetzigen Entwurf des Basel-Ausschusses müssen Kredite bis zu einer Höhe von einer Million Euro für kleine und große Unternehmen die gleichen Konditionen haben - vorausgesetzt die Firma hat nicht mehr als 50 Millionen Euro Jahresumsatz.


Quelle: n-tv.de
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US-Börse schuldet Spitzenmanagern 133 Mio. Dollar
US-Börse schuldet Spitzenmanagern 133 Mio. Dollar


Die Spitzenmanager der New Yorker Börse (Nyse) haben Ansprüche von insgesamt 133 Mio. $. Das Geld für den geschassten Nyse-Chef Dick Grasso ist darin noch nicht enthalten.

Die gemeinsam für das Tagesgeschäft der Nyse zuständigen Spitzenmanager Catherine Kinney und Robert Britz haben bei Eintritt in den Ruhestand jeweils Pensionsansprüche von rund 22 Mio. $ (18,8 Mio Euro) zu erwarten. Dies hat die weltgrößte Börse am Freitag mitgeteilt.

Der 52-jährige Britz habe Ansprüche von 22,6 Mio. $ und die 50-jährige Kinney Ansprüche von 22 Mio. $. Hinzu kamen Millionenbezüge für die Jahre 1998 bis 2002.

Auch Will R. Johnston, ein Nyse-Berater und früherer Präsident der Börse, sowie die Vizepräsidenten Edward A. Kwalwasser, Richard P. Bernard sowie Richard A. Edgar wurden gemessen an den Bezügen und Pensionsansprüchen von anderen Unternehmensmanagern glänzend entlohnt.

Detaillierte Angaben nach Streit um Grasso

William Donaldson, der Leiter der amerikanischen Wertpapier- und Börsenkommission SEC, hat hingegen im vergangenen Jahr nur 142.000 $ verdient. Die Nyse veröffentlichte die Gehälter, Boni sowie sonstigen Bezüge und Pensionszuwendungen für die sechs ranghöchsten Nyse-Manager während der Jahre 1998 bis 2002 im Detail.

Kinney und Britz sind gemeinsame COOs (Chief Operating Officer) der Nyse. Sie sind damit die zweithöchsten Mitglieder des Börsen-Spitzenmanagements. Der ehemalige Börsenchef Dick Grasso musste kürzlich den Hut nehmen. Er hatte während seiner 36-jährigen Karriere Pensionsansprüche von fast 190 Mio. $ angesammelt, wovon er 139,5 Mio. $ in Anspruch genommen hat.

Neue Gehaltspläne ab 2004

Der neue Interims-Börsenchef John Reed will Börsenreformen einleiten und die Suche nach einem ständigen Nachfolger beginnen. Er arbeitet für ein symbolisches Jahresgehalt von 1 $. Reed schrieb am Freitag in einer Mitteilung an die Börsenmitglieder, dass die Nyse ihre Bezahlungspläne ab 2004 ändern wolle.

Nach seinen Angaben hatte Grasso die Bezahlung der Spitzenmanager dem für die Festlegung der Bezüge zuständigen Verwaltungsrats-Ausschuss der Börse empfohlen. Dieser habe sie dann ebenso wie der gesamte Verwaltungsrat genehmigt.


Quelle: ftd.de
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Fifa will nicht mehr zahlen
Korb für Rummenigge


Fifa-Präsident Joseph Blatter hat Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge abblitzen lassen und weitere Entschädigungszahlungen an die Klubs für die Abstellung ihrer Nationalspieler ausgeschlossen. "Rummenigge ist ein intelligenter Mann. Er war ein sehr guter Fußballer. Aber er kennt die Strukturen des Fußballs nicht", erklärte Blatter am Rande des Kongresses des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa) in Doha in einem Interview mit der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Derweil kündigte Thomas Kurth, Geschäftsführer der "G14", an, dass die Klubs notfalls mit einer Klage bei der Europäischen Kommission zu ihrem Recht kommen wollen: Dabei bezieht sich der 45-Jährige auf das Wettbewerbsrecht der Europäischen Union, auf den Missbrauch einer dominanten Marktstellung. "Eine solche Stellung kann nur aufrecht erhalten werden, wenn sie verhältnismäßig ist." Dies sei hier aber nicht der Fall.

Blatter betonte dagegen, dass die Fifa die nationalen Verbände zur Teilnahme an Weltmeisterschaften einlade und seit langem eine angemessene Entschädigung zahle. "Es ist Sache der Verbände, das Geld weiterzuleiten", sagte der Schweizer.

Rummenigge hatte seine Forderungen nach einer Gehaltszuzahlung durch den Weltverband zuletzt vor dem entscheidenden EM-Qualifikatonsspiel der deutschen Nationalmannschaft am vergangenen Wochenende gegen Island gestellt. DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder hatte Rummenigge versichert, dessen Forderungen als Eingabe an die Fifa weiterzuleiten.

Rummenigge steht mit Forderungen nicht allein

Kurth bestätigte, dass Rummenigge mit seinen Forderungen nicht alleine steht. "Die 18 Mitglieder der G 14 sind sich einig. Wir haben der Fifa vor sechs Monaten gesagt, dass sie etwas unternehmen muss, um den Klubs die Abstellung ihrer Profis schmackhaft zu machen. Der Schweizer weiter: "Wenn weiter nichts passiert, muss man einen nächsten Schritt unternehmen."

Der G-14-Geschäftsführer hält die von Rummenigge angedachte Summe von 70 bis 80 Millionen Euro für korrekt: "Das wären weniger als zehn Prozent der Gesamteinnahmen. Die Fifa verdient bei einer WM etwas 1,3 Milliarden Euro, die Uefa bei einer EM rund 700 Millionen Euro. Jeder bekommt davon etwas. Nur die Klubs, die bekommen nichts, höchstens auf freiwlliger Basis von den Nationalverbänden."


Quelle: n-tv.de
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Hamburger Senat im Risiko
Tchibo kauft Beiersdorf


Der Versicherungskonzern Allianz verkauft 40 Prozent seiner Anteile an dem Kosmetikhersteller Beiersdorf an eine Investorengruppe unter Führung des Hamburger Kaffeerösters Tchibo. Das teilte der Versicherer in München mit. Der Gesamtpreis für die Anteile betrage rund 4,4 Milliarden Euro. Der Hamburger Senat beteiligt sich über seine Beteiligungsgesellschaft HGV an Beiersdorf.

Das entspricht einem durchschnittlichen Preis je Aktie von 130 Euro. Die Allianz halte derzeit eine Beteiligung in Höhe von 43,6 Prozent an der Beiersdorf AG, hieß es. Tchibo wiederum hält bisher bereits rund 30 Prozent an Beiersdorf und erhöht mit der aktuellen Übernahme seine Beteiligung auf 49,9 Prozent.

Es sei vereinbart worden, dass 19,6 Prozent des Aktienkapitals an der Beiersdorf AG von der Tchibo Holding AG übernommen werden, weitere zehn Prozent gehen an die Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsverwaltung (HGV) und drei Prozent übernehme die Troma Alters- und Hinterbliebenenstiftung. Weitere 7,4 Prozent sollen im Rahmen eines Aktienrückkaufprogramms der Beiersdorf AG angeboten werden.

Die HGV ist eine Holding, in der die Freie und Hansestadt Hamburg ihre Beteiligungen hält. "Wir sind froh, dass es gelingt, Beiersdorf als eigenständiges und börsennotiertes Unternehmen mit Sitz in Hamburg zu halten", sagte Bürgermeister Ole von Beus. Die HGV will weitere Investoren ins Boot holen und der Hamburger Steuerzahler soll zumindest in diesem und im nächsten Jahr nicht belastet werden.

Die Anteile sollen später verkauft werden. Damit allerdings geht von Beust ein Risiko ein. Die Aktien, gekauft zum Preis von 130 Euro, wurden am Donnerstagnachmittag an der Börse zu weniger als 95 Euro notiert. Bis sie mit Gewinn zu verkaufen sind, könnten Jahre vergehen.


Quelle: n-tv.de
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Deutsche sparen 146.000.000.000 Euro


Die Deutschen haben im vergangenen Jahr im Schnitt 1800 Euro pro Kopf gespart. Die Ersparnisse flossen vor allem in die Tilgung von Schulden und in Geldanlagen.

Insgesamt legte die in Deutschland lebende Bevölkerung 2002 gut 146 Mrd. Euro auf die hohe Kante, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Bei einem Kaufpreis von 20.000 Euro hätten diese Ersparnisse ausgereicht, um rund 7,3 Millionen Mittelklasse-PKW zu finanzieren. Neben der Tilgung von Hypothekenschulden und anderen Krediten floss die jährliche Ersparnis vor allem in Geldanlagen wie Spar- und Termineinlagen (37 Prozent), Wertpapiere (23 Prozent), Aktien (fünf Prozent) sowie in Lebensversicherungsverträge (27 Prozent).

Insgesamt belief sich Ende 2002 das gesamte Geldvermögen der privaten Haushalte auf 3,73 Billionen Euro. Nach Abzug aller Schulden blieben noch 2,12 Billionen Euro. Dieses so genannte Netto-Geldvermögen hat sich seit 1991 fast verdoppelt und übersteigt nun das Bruttoinlandsprodukt. Von ihrem verfügbaren Einkommen haben die Deutschen im vergangenen Jahr nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln zufolge rund 10,6 Prozent gespart, ein Jahr zuvor waren es nur 10,3 Prozent.

Während die Bundesbürger immer mehr Geld auf die hohe Kante legen, sinkt die Sparquote in den USA, wie das Institut der deutschen Wirtschaft weiter berichtete. Von 1991 bis 2001 verringerte sie sich jenseits des Atlantiks von 8,3 Prozent auf 2,3 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens. Lediglich im vergangenen Jahr stieg sie angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten wieder auf 3,7 Prozent.


Quelle: ftd.de
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maex1000 ist Offline maex1000
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Der Boom vor der Haustüre

Wird die Konjunktur in den USA und in den EU-Erweiterungsländern zur Lokomotive für die europäische Wirtschaft? Vor den Toren Österreichs ist durch die EU-Erweiterung jedenfalls ein deutlicher Konjunkturschub zu erwarten.

Prognosen nach oben revidiert
Das renommierte Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) hat seine Konjunkturprognosen für die mittel- und osteuropäischen Reformstaaten nach oben revidiert.
Für die EU-Beitrittsländer Tschechien, Ungarn, Polen, die Slowakei und Slowenien erwartet das WIIW für 2003 im Durchschnitt ein Wachstum von 2,9 Prozent. Im Juli hatte man noch mit 2,7 Prozent gerechnet. 2004 sollten es dann gar 3,4 Prozent sein.

2004: 3,6 Prozent Wachstum
Inklusive der baltischen Beitrittsländer Estland, Lettland und Litauen erwartet das WIIW für 2003 jetzt ein Wachstum von 3,1 und für 2004 von 3,6 Prozent.

Probleme mit der Arbeitslosigkeit
Die Arbeitslosenquote dürfte sich in den Ländern Tschechien, Polen, Ungarn, Slowakei und Slowenien kaum verbessern. Nach 15,3 Prozent im Jahr 2002 werden für heuer 15,4 und für nächstes Jahr 15,3 Prozent erwartet. Inklusive der baltischen Staaten werden nach 15,0 Prozent 2002 und 2003 für 2004 14,8 Prozent errechnet.

Der Boom im Baltikum
Vor dem EU-Beitritt erleben gerade die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen einen wirtschaftlichen Boom.
Gut 13 Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erfreuen sich die drei Länder imposanter Wachstumsaussichten - vergleichbar der rasanten Entwicklung der asiatischen "Tigerstaaten" in den neunziger Jahren.
Eine investitionsfreundliche Wirtschaftspolitik und Haushaltsdisziplin sind nach Einschätzung von Experten die wesentlichen Gründe für die kleinen Wirtschaftswunder an der Ostsee.

Musterland Litauen
Litauen ist überhaupt die große Überraschung der vergangenen Jahre. Lange Zeit hinkte das Land mit 3,5 Millionen Einwohnern als "armer Verwandter" hinter den beiden anderen Baltenstaaten hinterher.
Doch nach einer umfassenden Modernisierung kann es heute die besten Wachstumsraten aufweisen: Auf 6,6 Prozent wird der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für dieses Jahr von der EU-Kommission geschätzt, für 2004 werden 5,7 Prozent und 2005 sechs Prozent erwartet.

"Je weiter ein Land ist, desto langsamer wächst es"
Eine Einschränkung macht allerdings ein estnischer Experte: Zwar hätten die baltischen Staaten das größte Wachstum von allen Beitrittsstaaten, allerdings hätten sie auch das niedrigste Pro-Kopf-Einkommen von allen. "Je weiter ein Land entwickelt ist, desto langsamer ist auch sein Wachstum", sagt Mario Lambing, Entwicklungsexperte im estnischen Wirtschaftsministerium.

Quelle: [ Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar ]


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 Re: Wirtschaft - Börse - Welthandel

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speeder-sst ist Offline speeder-sst
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T-Online: Wachstum dank T-DSL

Die T-Online International AG hat im dritten Quartal 2003 einen Umsatz von 452,7 Mio. Euro und ein operatives Ergebnis von 61,2 Mio. Euro erzielt. Damit verbesserte sich der Umsatz für die ersten neun Monate im Vergleich zum Vorjahr um 21,5 Prozent auf 1,347 Mrd. von 1,109 Mrd. Euro.

Breitband ist entscheidender Faktor
Einer der Hauptumsatztreiber war das Kundenwachstum: Zum Stichtag verzeichnete T-Online 12,9 Millionen Kunden, ein Anstieg von rund einer Million zum Vorjahr und 231.000 mehr als noch zum Halbjahr 2003. Vor allem Breitbandzugänge sind beim Wachstum in diesem Bereich der entscheidende Faktor: Im dritten Quartal 2003 konnte T-Online mit 200.000 neuen Breitbandkunden in Deutschland sogar den Kundenzuwachs des zweiten Quartals von 150.000 in diesem Marktsegment übertreffen. Der Anteil der Breitbandkunden in Deutschland liegt damit bei 30 Prozent.

Weniger Internetnutzung im heißen Sommer
Die Rohertragsmarge, die den Umsatz im Verhältnis zum Materialaufwand zeigt, konnte im dritten Quartal auf 59,3 Prozent von 57,5 Prozent im zweiten Quartal gesteigert werden. Zu dieser Entwicklung trug eine günstigere Tagesnutzungskurve während der heißen Sommermonate und die allgemein schwächere saisonale Internetnutzung in den immer stärker verbreiteten Tarifen mit fester Grundgebühr wie T-Online dsl flat bei.

Paid Content trägt zum Umsatzschub bei
Auch das sogenannte Non-Access-Geschäft (Werbung, eCommerce, Paid Content & Services) kann ein Wachstum verbuchen: Während des „Blaster-Wurms“ registrierten sich in drei Tagen alleine für das Paid-Service-Angebot SicherheitsPaket Professional 60.000 Kunden.


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 Re: Wirtschaft - Börse - Welthandel

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speeder-sst ist Offline speeder-sst
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Wird AOL von T-Online übernommen?

Das Internet ist eine Gerüchteküche. Der eine oder andere Pressesprecher führt beim Dementi schonmal diesen Satz im Munde. Nun berichtet die alt-ehrwürdige Tageszeitung "Die Süddeutsche" (SZ, ein Printmedium), dass T-Online kurz vor der Übernahme von AOL stehe. Kurz darauf dementiert Telekom-Chef Ricke bei "n-tv" (einem Fernsehsender). Ein Blick auf was da brodelt und blubbert.

70 Prozent der AOL-Aktien würden laut SZ bei einer Übernahme durch T-Online in Darmstadt deponiert, die restlichen 30 Prozent verblieben bei Time Warner. Kaufpreis: mehr als eine Milliarde Dollar. Eingestielt soll diesen Deal kein geringerer als Ex-Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff haben, in seiner Eigenschaft als Partner bei der Kapitalgesellschaft Investcorp in London. Der Mann hätte also nur seinen Job gemacht.

Die SZ berichtet weiter, dass es bereis zu einem Treffen zwischen den beiden Chefs von Time Warner und T-Online, Richard Parsons und Thomas Holtrop, gekommen sei. Über konkrete Ergebnisse ist nichts bekannt. Für Time Warner ist AOL aber ein Geschäft ohne Leidenschaft. Sang- und klanglos hatte man sich erst kürzlich von den drei Buchstaben AOL im Namen getrennt. Aus der Mutter, die einst Time Warner kaufte, ist ein ungeliebtes Kind geworden. Der Verkauf von AOL ist nur eine Frage, wer zuerst kommt und am meisten bietet.

Telekom-Chef dementiert

Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke hat umgehend für seine Konzerntochter T-Online dementiert. An dem Gerücht sei nichts dran, sagte er gegenüber n-tv. Die Spekulationen wird dies aber nicht beenden, denn T-Online würde sich mit der Übernahme von AOL wahrlich nicht übernehmen. Die Kriegskasse ist voll, und AOL wäre ein fetter Fang.

T-Online und AOL: Beide Möchtegern-Giganten sind mittlerweile leicht abgehalftert. Aber es gibt zwei Dimensionen: die große weite Welt und das kleine kalte Deutschland. - AOL schien in den USA unschlagbar zu sein. 40 Millionen Kunden weltweit, von ihnen sind gerade einmal 25 Millionen geblieben; offensichtlich hatten einige Kunden zu viele verschiedene AOL-CDs eingelegt.

Mit einem Handstreich könnte T-Online im riesigen US-Markt Fuß fassen. Auf diese Weise ist die Telekom bereits bei der Übernahme des US-Mobilfunkers Voicestream verfahren. Und das europäische Modell T-Mobile + T-Online = T-Zones ließe sich auch auf die USA übertragen. Abwegig wäre ein Interesse von T-Online am Einstieg in den US-Markt also nicht.

AOL Deutschland der Dumme?

Dementi hin, Dementi her. AOL Deutschland steht wieder einmal in der Ecke. Käme es zu einer Übernahme, müsste AOL Deutschland wohl aus kartellrechtlichen Gründen verkauft werden. Die Konkurrenz von T-Online würde dies nicht unbedingt schwächen. Im Gegenteil, schon einmal wurde über eine Fusion von freenet.de und AOL spekuliert. Beide sind derzeit Nummer zwei und drei im deutschen Markt.

Ohne Übernahme bliebe AOL allerdings eine verschmähte Braut und würde so langsam aber sicher zur altern Jungfer. Die aktuelle Marketing-Kampagne mit Rüdiger Hoffmann, der von sich behauptet Ich bin jung, ich kann warten. würde sich auf eine eher tragische Weise bewahrheiten. Herr Hoffmann ist mit knapp 40 auch nicht mehr der Jüngste.


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 Re: Wirtschaft - Börse - Welthandel

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speeder-sst ist Offline speeder-sst
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Dell lässt Konkurrenz weit hinter sich

Der weltgrößte PC-Bauer Dell hat die Konkurrenz erneut weit hinter sich gelassen. Das Unternehmen profitierte nach eigenen Angaben vor allem von starken Verkäufen im Servergeschäft. Auslieferungen der fast ausschließlich von Firmen eingesetzten Internet-Rechner stiegen um 30 Prozent. Zudem konnte Dell bei externen Speichermedien seinen Absatz um 68 Prozent steigern.

Im dritten Quartal stieg der Gewinn des Unternehmens um 21 Prozent auf 677 Millionen Dollar (580 Millionen Euro). Der Umsatz legte um 16 Prozent auf 10,6 Milliarden Dollar zu. Damit lag Dell beim Gewinn innerhalb der Erwartungen der Analysten, bei den Einnahmen darüber.

Konzernchef Michael Dell sagte für das vierte Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft einen Anstieg der Auslieferungen um mehr als 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr voraus. Der Umsatz werde damit voraussichtlich bei 11,5 Milliarden Dollar liegen.

Der Gewinn pro Aktie soll im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 28 Cent pro Anteil steigen. Dell hatte jüngst seine Produktpalette vor allem bei Unterhaltungselektronik deutlich erweitert. Unter anderem brachte es einen digitalen MP3-Player, die Dell Digital Jukebox, sowie mehrere tragbare Computer und Flachbildschirmfernseher auf den Markt.


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hiawatha ist Offline hiawatha
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Bau von neuer AMD-Chipfabrik in Sachsen immer wahrscheinlicher


Der Bau einer zweiten Chipfabrik des nach Intel weltgrößten Chipherstellers Advanced Micro Devices (AMD) in Dresden scheint beschlossene Sache. Sachsen hat nach Medienberichten eine Bürgschaft übernommen.

Die Bürgschaft für den Bau der Chipfabrik des US-Halbleiterherstellers soll 250 Mio. Euro betragen, berichtete am Samstag die "Sächsische Zeitung". Das sei vom Finanzausschuss des Landtags am vergangenen Mittwoch in geheimer Sitzung beschlossen worden. Die Agentur Reuters bezifferte die Höhe der Bürgschaft auf 224 Mio. Euro und berief sich dabei auf Kreise des Finanzausschusses. Laut Branchenkreisen soll der erste Spatenstich für das neue Werk bereits Ende kommender Woche gesetzt werden.

In Dresden hat AMD schon 1996 eine moderne Chipfabrik gebaut und dafür 2,2 Mrd. Euro investiert. AMD-Sprecher Jens Drews wollte die Berichte nicht kommentieren. Die Sprecherin des Wirtschaftsministeriums, Annette Binninger, sagte auf Anfrage: "Wir äußern uns nicht zu diesem Thema."

Der Zeitung zufolge, will sich die Bundesregierung am kommenden Montag in Berlin zu einer weiteren Bürgschaft über 380 Mio. Euro bereit erklären. Die Bürgschaften von Land und Bund würden zu einem großen Teil die Kredite abdecken, die AMD für den Bau seiner neuen Fabrik benötigt.


Quelle: ftd.de
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Politeia - Politik im Alltag Verkehr & Recht Rätsel- und Denksportforum
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speeder-sst ist Offline speeder-sst
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Micky Maus allein zu Haus

17. November 2003 Europas größter Freizeitpark Disneyland Paris ist im abgelaufenen Geschäftsjahr noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Im Geschäftsjahr 2002/2003 (per 30. September) sei der Nettoverlust von 33,1 Millionen auf 56 Millionen Euro gestiegen, berichtete der Betreiber Euro Disney am Montag in Marne-la-Vallée bei Paris.

Die Besucherzahlen sanken in Jahresfrist um rund 700.000 auf 12,4 Millionen Gäste. Als Gründe nannte Vorstandschef André Lacroix vor allem die Tourismuskrise, Streiks in Frankreich und das geringe Wirtschaftswachstum.

Sinkende Umsätze in den Themenparks

Obwohl die Hotelauslastung von 88,2 auf 85,1 Prozent sank, stiegen die Einnahmen in diesem Bereich um 1,2 Prozent auf 416,7 Millionen Euro, da die Gäste durchschnittlich etwas tiefer in die Tasche griffen. Der Gesamtumsatz sank jedoch um 2,1 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro. Dabei schrumpfte der Umsatz des Themenparks um 3,3 Prozent auf 508,5 Millionen Euro.

Neben den beiden Freizeitparks gehört zu Euro Disney auch ein Hotelkomplex mit 5.800 Zimmern, zwei Kongreßzentren und einem Golfplatz. Dessen Umsatz stieg leicht um 1,2 Prozent.

Stillhalteabkommen mit Gläubigern

Das Unternehmen hatte bereits Finanzschwierigkeiten eingeräumt. Unternehmenschef André Lacroix zufolge stellt The Walt Disney Company (TWDC), mit 39,1 Prozent größter Anteilseigner, eine weiteren nachgeordneten Kreditrahmen von 45 Millionen Euro bereit.

Nachdem Anfang November ein Stillhalteabkommen mit den Gläubigern erreicht worden sei, hänge das Erreichen der langfristigen Ziele von den weiteren Finanzierungsverhandlungen ab. Im nächsten Jahr will der europäische Disney-Ableger mit einer neuen Marketingstrategie gegensteuern.

Der Pariser Vergnügungspark besteht seit 1992. Zweitgrößter Einzelaktionär der börsennotierten Euro Disney ist mit 16,3 Prozent der saudische Prinz El Walid.


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speeder-sst ist Offline speeder-sst
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Furcht vor Anschlägen belastet die Börsen

17. November 2003 Die jüngsten Anschläge in Istanbul haben am Montag bei den Anlegern die Furcht vor weiteren Attentaten geschürt und zu Verkäufen an den Aktienmärkten geführt. In Asien hat der Nikkei satte 3,74 Prozent verloren und ist mit 9.786,83 Zählern wieder vierstellig. Am Mittag liegt der Dax mit einem Minus von 2,43 Prozent bei 3.704 Zählern.

Gefragt sind im Gegenzug Staatsanleihen, die vor allem in politisch unsicheren Zeiten als verhältnismäßig sichere Anlagen gelten und der Euro. Der Bund-Future liegt mit einem Plus von 34 Stellen bei 112,89 Prozent, der Euro liegt mit 1,1830 Dollar wieder einmal nahe am Rekordhoch vom Mai. Der Ölpreis verharrte oberhalb der Marke von 29 Dollar je Barrel, das Gold liegt mit 398,15 Dollar je Unze nahe an seinem Sieben-Jahres-Hoch.

„Die Furcht vor den Auswirkungen der Anschläge und der nach wie vor ungeklärten Lage im Irak belasten die Märkte", sagte ein Händler. Angeführt wird die Dax-Verliererliste vom Reisekonzern TUI, dessen Aktien mehr als vier Prozent auf 15,99 Euro verlieren. „TUI ist von den Anschlägen in einem beliebten Urlaubsland der Deutschen natürlich besonders betroffen", sagte ein Händler. Am Wochenende hatte es zwei Anschläge auf Synagogen in der türkischen Metropole Istanbul mit zahlreichen Toten gegeben. Angeblich hat sich eine Gruppe des Islamisten-Netzwerkes Al Qaida zu den Anschlägen bekannt. Al Qaida wird auch für die Anschläge auf das World Trade Center in New York vom elften September 2001 verantwortlich gemacht. Im besetzten Irak häuften sich zuletzt die Anschläge gegen die amerikanischen Truppen.

Börsianer interpretieren die Kursverluste zunächst als kurzfristige Erscheinung und zeigen sich trotz der Anschläge optimistisch für die langfristige Entwicklung an den Aktienmärkten. „Die Märkte haben gelernt und verstanden, daß solche Ereignisse maximal zu kurzen Ausreißern führen und das Weltwirtschaftssystem nicht völlig destabilisieren können. Am elften September hat man gesehen, daß die Notenbanken und Sicherungssysteme zur Stelle waren", sagte Hans-Jörg Naumer, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Fondsgesellschaft dit. „Wir sind angesichts der Anzeichen für eine Wirtschaftserholung unverändert optimistisch für die Aktienmärkte und rechnen mit einem für die Aktien positiven Jahr 2004", fügte er hinzu. Rupert Thompson, Stratege bei E*Trade in London, sagte: „Hat dies das optimistische Gesamtbild verändert? Nein!“ In ein bis zwei Monaten, so glaube er, werde sich die Wirtschaftserholung durchsetzen.

Technisch betrachtet dürfte entscheidend sein, ob der Dax sich über der Unterstützungszone bei 3.690 bis 3.680 Punkten halten kann oder nicht. Sollte er darunter fallen, würde das ein Verkaufssignal generieren.


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speeder-sst ist Offline speeder-sst
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Anleger ziehen sich aus Dachfonds zurück
Fonds

17. November 2003 Fondssparer kehren den vor drei Jahren in Mode gekommenen Dachfonds zunehmend den Rücken. Nach der jüngsten Statistik des Branchenverbandes BVI wurden in diesem Jahr bis Ende Oktober insgesamt 587 Millionen Euro aus Dachfonds abgezogen. Im Jahr 2000, als die Modewelle am höchsten schwappte, waren dieser Art von Anlageprodukten im gleichen Zeitraum noch 14,3 Milliarden Euro zugeflossen. Damals wurde im Zuge groß angelegter Vertriebsoffensiven mehr versprochen, als die Produkte in der Baisse am Aktienmarkt dann tatsächlich halten konnten. Die aktuelle Statistik spiegelt die Enttäuschung der Anleger wieder.

Die ersten Dachfonds - also Fonds, die wiederum in andere Fonds investieren - kamen vor etwa fünf Jahren auf den deutschen Markt. Der Grundgedanke, der hinter diesem Konzept steht, ist eine breitere Streuung der Anlagen. Dachfonds lichten dabei nicht nur den Dschungel von über 5000 in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Publikumsfonds. In der Theorie verspricht diese Strategie auch eine attraktive Rendite bei einem im Vergleich zur Direktanlage geringeren Risiko.

Wertentwicklung blieb regelmäßig hinter den Einzelfonds zurück

Allerdings geben die Fondsgesellschaften mittlerweile selbst zu, daß bei der Vermarktung zu Beginn über das Ziel hinausgeschossen wurde. "Beim Marketing wurde überschätzt, was ein Dachfondsmanager in der Baisse leisten kann", sagt Gerhard Koch, Leiter des Produktbereichs beim Marktführer DWS. "Ein Dachfonds kann keine Wunder vollbringen", kritisiert auch der unabhängige Kölner Dachfonds-Spezialist Eckhard Sauren die von den großen Anbietern einst aufgebaute Erwartungshaltung.

In der ersten Hälfte der dreijährigen Baisse blieb die durchschnittliche Wertentwicklung der Dachfonds regelmäßig hinter den Einzelfonds zurück. Ein Effekt, der sich noch heute in der Drei-Jahres-Performance niederschlägt: Angesichts eines Verlustes der Dachfonds, die in Aktienfonds investieren, von annualisiert durchschnittlich 18,1 Prozent ist der Zusatznutzen gegenüber globalen Aktienfonds, die durchschnittlich 19 Prozent verloren, nur marginal. Auf jeden Fall können beide Anlageklassen in diesem Zeitraum nicht den Vergleichsindex MSCI World schlagen, der ein Minus von 16,8 Prozent ausweist.

"Dachfonds sind besser als ihr Ruf"

In der Baisse habe man in der noch jungen Anlagekategorie nach Ansicht von DWS-Produktleiter Koch Lehrgeld zahlen müssen. Zum Großteil seien in der Branche aber die richtigen Lehren daraus gezogen worden. Die Feinjustierung trage inzwischen erste Früchte. Tatsächlich ist mit Blick auf die Wertentwicklung in den ersten zehn Monaten dieses Jahres ein nennenswerter Mehrwert von Dachfonds zu erkennen. Legten Aktien-Dachfonds seit Jahresbeginn im Durchschnitt etwa um 14 Prozent zu, betrug der Zuwachs bei globalen Aktienfonds nur 11 Prozent. Damit liegen die Dachfonds über dem MSCI World, der ein Plus von 11,8 Prozent verzeichnet.

"Dachfonds sind besser als ihr Ruf", lautet deshalb die Schlußfolgerung von DWS-Produktleiter Koch. Allerdings brauche es nach den jüngsten Enttäuschungen noch einige Zeit, bis Fondssparer für diese Botschaft wieder aufnahmebereit seien. Bei der Verteilung der Zu- und Abflüsse auf die einzelnen Anbieter wird in der jüngsten BVI-Statistik zumindest deutlich, daß die Anleger durchaus auch Qualitätskriterien bei ihrer Rückzugsentscheidung berücksichtigen.

Während unter den großen deutschen Anbietern etwa bei DWS, Adig und Activest die Abflüsse zwischen 100 und 300 Millionen Euro seit Jahresbeginn schwanken und Deka sowie Union sogar leichte Zuflüsse verzeichnen, fällt die Allianz-Dresdner-Vermögensverwaltung mit ihrer Marke Dit mit einem Abfluß an Anlegergeldern in Höhe von 1,7 Milliarden Euro völlig aus dem Rahmen. Ein Dit-Sprecher begründet dies unter anderem mit einer stärkeren Hinwendung der Anleger zu anderen Fondskonzepten wie Garantie- oder Absolute-Return-Produkten. Allerdings sind die aktienlastigen Dit-Dachfonds auch im Konkurrenzvergleich im bisherigen Jahresverlauf jeweils im letzten Viertel zu finden.


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hiawatha ist Offline hiawatha
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Weniger Firmenkredite
Massive Kritik an Banken


Jeder zweite Mittelständler fürchtet, dass er künftig schwerer Kredite bekommt. Nach einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage der Arbeitsgemeinschaft Selbstständiger Unternehmer (ASU) erwarteten mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (61,1 Prozent), dass der Zugang zu Krediten im nächsten Jahr erschwert wird. In Betrieben mit weniger als 50 Mitarbeitern ist die Sorge noch stärker verbreitet. Dort erwarten zwei Drittel (68,2 Prozent) weitere Komplikationen. Zugleich gab es massive Kritik an der Betreuung durch Banken und Sparkassen.

Hintergrund der Sorgen ist die Diskussion um strengere Eigenkapital-Richtlinien (Basel II). Künftig sollen die Geldinstitute bei der Kreditvergabe stärker berücksichtigen müssen, wie das um Kredit bittende Unternehmen finanziell da steht. Fast zwei Drittel der befragten Betriebe (62,2 Prozent) gaben deshalb an, vorsorglich das Eigenkapital erhöhen zu wollen. Auf ein externes Rating will sich dagegen nur jedes zehnte Unternehmen einlassen. An der Umfrage des Selbstständigen-Verbandes beteiligten sich insgesamt 980 Unternehmen.

Schlechte Noten für die Deutsche Bank

Insgesamt stellten die Mittelständler den Kreditinstituten nur ein befriedigendes Zeugnis aus. Als "Durchschnittsnote" errechnete der Verband eine 3 minus (3,3). Beklagt wurden vor allem schlechte Betreuung und zu wenig Transparenz der Entscheidungen. Kritisiert wurde auch, dass Banken "unangekündigt und ohne überzeugende Begründung" die Geschäftsbeziehung aufkündigten, plötzlich schlechtere Konditionen einräumten oder die Kreditsicherheiten willkürlich im Wert herabstuften.

Am besten schnitten in der Rangliste des Verbandes die Sparkassen (Durchschnittsnote: 3,0) sowie die Volks- und Raiffeisenbanken (3,1) ab. Es folgten die Hypo-Vereinsbank (3,5), die Dresdner Bank und die Commerzbank (jeweils 3,6). Auf dem letzten Platz landete die Deutsche Bank (3,9). "Deutsche Bank und Commerzbank haben sich ganz offensichtlich vom deutschen Mittelstand verabschiedet ", kommentierte ASU-Präsident Max-Schön die Ergebnisse gegenüber dem ZDF.


Quelle: n-tv.de
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Razzia bei Pharmagroßhändlern wegen möglicher Absprachen
Wirtschaftskriminalität

19. November 2003 Das Bundeskartellamt hat bundesweit Geschäftsräume und Wohnungen von mehreren Pharmagroßhändlern durchsuchen lassen. Wie eine Behördensprecherin am Mittwoch in Bonn bestätigte, besteht der Verdacht, daß die Firmen illegal Konditionen untereinander abgesprochen haben.

Die Razzia am vergangenen Freitag habe 18 Objekten gegolten, sagte die Sprecherin. Die Ermittlungen auf Grund von Hinweisen aus der Branche seien noch in einem frühen Stadium. Die beschlagnahmten Unterlagen müßten nun zunächst ausgewertet werden.

Der Marktführer Phoenix Pharmahandel, die Celesio-Tochter Gehe, die Münchener Sanacorp und die Andreae Noris-Zahn AG (Anzag) bestätigten am Mittwoch die groß angelegte Durchsuchungsaktion, bezeichneten die Vorwürfe aber als haltlos.

Konkret richtet sich der Verdacht der Kartellwächter nach Angaben aus Branchenkreisen gegen eine Senkung der Skonti, die Großhändler den Apotheken bei pünktlicher Bezahlung der Rechnungen gewähren.

Celesio-Aktie bricht ein

In der gegenwärtigen Wettbewerbssituation seien Absprachen unmöglich, sagte eine Phoenix-Sprecherin. Die Ermittlungen seien wohl durch falsche Informationen ausgelöst worden und daher sollten sich die Verdächtigungen als haltlos erweisen, sagte ein Sprecher des Pharmagroßhändlers Celesio. Das Unternehmen kooperiere mit dem Kartellamt.

Celesio ist mit einem Marktanteil von mehr als 18 Prozent die Nummer Zwei bei den Pharmagroßhändlern in Deutschland und zugleich Marktführer in Europa.

Die Celesio-Aktie hat am Mittwoch deutlich eingebüßt. Das im MDax gelistete Papier verlor im Handelsverlauf 4,36 Prozent auf 37,55 Euro. Der MDax lag gleichzeitig mit 1,6 Prozent im Minus bei 4196 Punkten.

Apotheker machen Druck auf Pharmagrossisten

Phoenix hat nach eigenen Angaben das Skonto Anfang Oktober gesenkt. Dies sei nötig gewesen, um der tobenden Rabattschlacht zu begegnen. Diesen Schritt hätten die großen Wettbewerber offenbar nachvollzogen. Absprachen habe es dazu aber nicht gegeben.

Das Beitragssicherungsgesetz im Zuge der Gesundheitsreform hatte Anfang des Jahres im deutschen Arzneimittelhandel einen Rabattkrieg ausgelöst. Die gesetzlichen Krankenkassen schöpfen seither einen Teil der Rabatte ab, die der Großhandel bis dahin den Apotheken gewährte. Die Apotheker gaben sich aber nicht mit niedrigeren Nachlässen zufrieden, Anzag gab ihren Forderungen nach Branchenangaben nach, die übrigen Großhändler zogen nach. Das setzte die im europäischen Vergleich hohen Gewinnmargen in Deutschland unter Druck.

„Der Wettbewerb hat sich verschärft", sagte die Phoenix-Sprecherin. „Wir haben in Deutschland so gut wie keinen Gewinn mehr gemacht.“ Auch bei Gehe liegt die Marge mit gut 1,5 Prozent mittlerweile unter dem Durchschnitt.

Anfang 2004 wird die erlaubte Großhandels-Bruttospanne von bisher 13 Prozent gesetzlich auf etwa sechs Prozent gesenkt. Mit den Einsparungen soll ein neues Honorarmodell für die Apotheken finanziert werden, das sich an der Packungsgröße und nicht mehr am Preis orientiert. Dadurch befürchten die Großhändler weiteren Preisdruck.

Die Großen bedienen Dreiviertel des Marktes

Die vier großen Pharmagroßhändler teilen sich mehr als drei Viertel des in der Vergangenheit lukrativen deutschen Marktes. Phoenix, die zum Imperium des Ulmer Pharma-Unternehmers Ludwig Merckle ("ratiopharm") gehört, hat rund 28 Prozent Marktanteil, gefolgt von der Gehe (18,5 Prozent), Anzag (16,5) und Sanacorp (13). Nummer fünf ist die Apotheker-Einkaufsgenossenschaft Noweda (neun Prozent).

Kartellamt ermittelt bereits wegen Anzag-Übernahme

Phoenix vermutet in der Durchsuchungsaktion eine Reaktion auf die Übernahme von jeweils 12,5 Prozent an der Frankfurter Anzag durch Celesio und Phoenix Ende September. Dadurch hatten die deutschen Pharmahändler nach Branchenangaben einen Einstieg der britischen Alliance Unichem auf dem deutschen Markt verhindert. Das hatte bereits das Bundeskartellamt auf den Plan gerufen. Der Versuch von Sanacorp, seinen Anzag-Anteil von 25 Prozent auf eine Mehrheit aufzustocken, war am Widerstand des Bundeskartellamts gescheitert. Der Fall liegt inzwischen beim Bundesgerichtshof.


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speeder-sst ist Offline speeder-sst
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Euro markiert neues Allzeithoch

19. November 2003 Langsam wird es frustrierend für die „Dollaroptimisten“. Denn der Greenback schließt sich dem allgemeinen Wachstumsoptimismus der Börsianer nicht nur nicht an, sondern am Dienstag fällt er sogar auf ein neues Rekordtief gegen die europäische Einheitswährung. Umgekehrt betrachtet waren noch nie so viele Dollar notwendig, um einen Euro zu erwerben, wie die 1,1960 Dollar am Dienstag am amerikanischen Handel. Am frühen Mittwoch morgen baute die Gemeinschaftswährung ihre Kursgewinne auf bis zu 1,20 Dollar aus; gegen Mittag steht sie etwas schwächer bei 1,19 Dollar.

Ursache für diese Entwicklung ist die Beobachtung, daß ausländische Anleger immer weniger geneigt sind, amerikanische Wertpapiere zu erwerben. Ein am Dienstag veröffentlichter Regierungsbericht zeigt für den September „Nettowertpapierkäufe“ aus dem Ausland, die auf dem tiefsten Stand seit fünf Jahren liegen. Sollte sich diese Entwicklung als Trend erweisen, dürfte es für Amerika immer schwieriger werden, den Kapitalbedarf zu decken.

Läßt sich das Leistungbilanzdefizit weiterhin decken?

Die amerikanische Wirtschaft konnte in den 90-er-Jahren so deutlich wachsen, weil der Konsum hoch war und weil sich die Wirtschaft günstig refinanzieren konnte. Die Mittel kamen unter anderem aus dem Ausland, denn im Inland war die Sparquote zum Teil sogar negativ. Wenn das Geld nun aus dem Ausland nicht mehr so locker fließt, müssen die Konsumenten auf der einen Seite mehr sparen, auf der anderen Seite muß Amerika mehr Dollars bieten, für ausländische Mittel. Aus diesem Grund spricht einiges dafür, daß der Dollar weiter fallen könnte.

„Die entscheidende Frage ist, ob Amerika genügend Finanzmittel aus dem Ausland anziehen kann, um das Leistungsbilanzdefizit zu füllen,“ sagt beispielsweise Währungsstrategin Rebecca Patterson von J.P. Morgan Chase. „Der Dollar wird von hier aus weiter fallen,“ ergänzt sie. Da der Markt auch stark charttechnisch orientiert ist, könnte es unter Umständen sogar zu einem weiteren Kursrutsch kommen. Denn die Währung befindet sich in „unbekanntem Territorium“, es gibt keine charttechnischen Widerstände mehr.

Die jüngsten Kursverluste wurden auch durch protektionstische Maßnahmen der Bush-Administration gegen China mit ausgelöst. „Stärkere Handelsbarrieren und höhere Zölle sind ein Zeichen für zunehmenden Protektionismus und deuten darauf hin, daß sich der Dollar weiter abschwächen wird,“ sagt beispielsweise Währungsstratege Daniel Katzive von UBS. Er rechnet zwar damit, daß sich der Dollar kurzfristig leicht erholen kann. Aber auf Sicht eines Jahres prognostiziert er einen Euro-Kurs von 1,32 Dollar.

Horrorszenario: Protektionismus in Kombination mit Inflation

Christopher Low deutet als Chefvolkswirt von FTN Financial in New York auf die amerikanische Notenbank. Sie wird seiner Meinung nach die Zinsen tief halten, um Inflation hervorzurufen. Sollte es allerdings zu einer inflationären Entwicklung kommen, so wäre der Dollar ein „Opfer“.

Extrem schwierig dürfte es werden, wenn Amerika eine protektionistische Handelspolitik mit einer inflationären Geld- und Fiskalpolitik kombinieren würde. Beides zusammen würde nicht nur die Entwicklung der Weltwirtschaft unterminieren, sondern in letzter Konsequenz auch das Vertrauen in die amerikanische Politik. Das wäre schlecht für die Börsen, die Rentenmärkte und den Dollar. Noch ist es ein Krisenszenario. Bleibt zu hoffen, daß sich die Vernunft noch durchsetzt. Die Entwicklung der Rohstoffpreise - zum Beispiel Gold und Platin - deuten allerdings auf eine zunehmende Nervosität mancher Anleger hin.


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